Mein Herzhund

Loura ist das Beste, was mir passieren konnte. Zum ersten Mal hab ich sie am 22. Oktober 2004 gesehen. Da saß sie und fiel in sich zusammen, wenn ich sie angeschaut habe. Zusammen mit 14 weiteren Hunden durfte sie in ein Leben starten. Ausgebeutet als Gebärmaschine mit einem ewig langen Gesäuge, kannte sie bis zu dem Zeitpunkt gar nix außer der Produktion von Welpen. Als Pflegehund zog sie bei mir ein und damit wurde der Traum vom Schokolabi Wirklichkeit. Aus 10 Schokonasen sollte ich eine aussuchen, nur ein Halsband war in meiner Hand und die Entscheidung war schwer. Loura war weder die Hübscheste noch die Witzigste, aber sie war sofort in meinem Herzen. Als ich ihr das Halsband umgelegt habe, lag sie platt wie eine Flunder auf dem Boden, die Augen leicht panisch, aber zum ersten Mal gehört sie zu einem Menschen, zu mir.

Es folgte eine schlaflose Nacht, eine aufregende Abholung der Hunde, die Unsicherheit, ob es wirklich DER Hund ist, eine Achterbahnfahrt der Gefühle und das alles in wenigen Stunden.

Am 23.Oktober 2004 zog Louchen bei uns ein und für sie war vom ersten Tag an klar, daß ich ihr gehöre und sie mich nie wieder verlassen würde. So war es auch! Überraschenderweise *grins* war Loura der Pflegehund, der kam, sah und siegte.

Und mit ihr zog mein Labradorwahn ein! :-)

Eigentlich hätte ich Loura "Will" oder "to" oder "please" nennen sollen, denn manchmal denke ich, den hat sie erfunden. Auch wenn sie in vielen Situationen am Anfang noch sehr unsicher war, ich sie kaum anfassen oder ansprechen konnte, so war es für sie schon sehr schnell unertäglich, wenn ich nicht in ihrer Nähe war.

Sie lernte in einem unglaublichen Tempo und bald wurde sie zu meinem lachenden, schwanzwedelnen Schatten.

Seitdem wartet sie nun jeden Morgen darauf, daß sich meine Augen öffnen und sie mich mit dem unglaublichsten Hundestrahlen im neuen Tag empfangen kann, was es überhaupt gibt. Sie lebt dafür, mit mir zusammen zu sein und würde mir bis ich weiß nicht wohin folgen.

Dummys wurden zu ihrer großen Leidenschaft und eine Zeit lang haben wir ganz fleißig zusammen in einer netten Gruppe trainiert. Wie ein Kugelblitz ist sie zum Dummy geschossen und kam stolz und strahlend zu mir mit ihrer Beute zurück. Leider ist Louras Vergangenheit in ihren Gelenken sichtbar, besonders ihre Ellenbogen sind betroffen, so daß wir unser geliebtes gemeinsames Training einstellen mussten. Ab und zu darf sie ein paar Dummys suchen, aber ansonsten ist sie zum Glück auch mit schönen Spaziergängen und Apportierspielen im Wasser sehr zufrieden.

Loura hat die schönsten Plattfüße, die man sich nur vorstellen kann, sie ist mein kleiner Plattfußindianer, mein verbauter Bonsailabi und der Hund meines Lebens. So einen Hund bekommt man nur einmal im Leben und Manche werden ihr Leben lang nach diesem Gefühl suchen, ohne es zu wissen, denn man weiß davon nur, wenn man es erlebt hat.

Mittlerweile hat sich Loura zu einer meist sicheren Hündin entwickelt, nur manchmal kommt die Vergangenheit durch, aber diese Moment werden immer und immer weniger. Sie geht offen auf fremde Menschen, mittlerweile sogar auf Männer, zu und genießt die Spaziergänge auch mal mehr als 1 cm von meinen Beinen entfernt. Sie spielt und springt und tobt über die Felder, sie pflegt und putzt ihre Summer und bewundert ihre Sansibar.

UND: sie liebt meine Mama.

Loura ist das beste Beispiel dafür, daß ein Hund aus dem Tierschutz der Hund des Lebens sein kann. Was mir dieser Hund gibt, ist nicht in Worte zu fassen. Jeden Tag sagt sie tausend Mal danke dafür, daß sie bei mir sein darf. Jeden Tag muß ich über sie lächeln und dann kommt dieser "Brausepulver im Herzen" Moment und das nun schon seit 5 Jahren.